Vergleichbare Leistungssteigerungen wurden auch in anderen Rotviehzuchtgebieten erzielt. In Deutschland sind rund 20 000 Rotviehkühe der Milchleistungsprüfung angeschlossen, von denen 15 000 im Herdbuch registriert sind. Letztere bilden die aktive Zuchtpopulation, aus der jährlich 100 Bullenmütter für das Zuchtprogramm nach Leistung, Typ, Euter- und Fundamentmerkmalen selektiert und neben einigen hervorragenden Jungrinder mit den besten Vererbern zur Erzeugung der nächsten Bullengeneration gepaart werden. Auf Grund des enormen Leistungsvermögens wird das Deutsche Rotvieh schon sehr lange zur Verbesserung der einheimischen Rotviehpopulationen in folgenden Ländern eingesetzt: Estland, Lettland, Litauen, Russland, Ukraine, Kasachstan, Polen, Dänemark und Australien. In jüngster Zeit wurde das Deutsche Rotvieh auch nach Algerien, Saudi Arabien, Japan, Holland, Italien, Kanada, Chile, Spanien, Neuseeland und in die USA exportiert.
Durch die Mitgliedschaft in der Vereinigung der „European Red Dairy Breed“ (ERDB) pflegen die Rotviehzüchter Deutschlands eine enge internationale Zusammenarbeit. Darüber hinaus gehören sie dem weltweiten Zusammenschluss der Züchter der Roten Rasse (International Red Cow Club-IRCC) an. So ergeben sich viele Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und darüber hinaus zum weltweiten Austausch der besten Genetik. Damit ist die Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit der Rotviehrasse gegenüber den anderen bedeutenden Rinderrassen auch zukünftig gewährleistet.
Artikel: C.-P. Tordsen