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Kieler Tierzüchter und die roten Kühe

Neues Projekt fördert die nachhaltige Nutzung der einzigartigen europäischen Rotviehrassen

Am 2. November 2017 fand das Auftakttreffen des neuen Projektes ReDiverse an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) statt. Rund 40 wissenschaftliche Projektpartner aus 8 nordeuropäischen Ländern und dem Baltikum sowie Kooperationspartner aus der Wirtschaft diskutierten über die zukünftige Nutzung von Rotviehrassen.

Rotviehrassen sind aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften widerstandsfähiger und sind den jeweiligen Umwelten gut angepasst. Als besonders positiv sind ihre Klauen- und Eutergesundheit sowie ihre Fruchtbarkeit hervorzuheben. Hinzu kommen Eigenschaften wie leichtes Abkalben und die geringe Sterberate der Kälber. Die Partner des Projekts ReDiverse haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese positiven Eigenschaften mit neuen genomischen Ansätzen zu nutzen und die noch vorhandene genetische Vielfalt zu konservieren. „Das Potenzial der roten Rassen muss mit modernen Methoden noch besser ausgeschöpft werden, um die Konkurrenzfähigkeit langfristig zu erhalten, sonst besteht die Gefahr einer weiteren Verdrängung“, erklärt Professor Georg Thaller, Projektkoordinator und Professor für Tierzucht an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der CAU Kiel. Rotviehrassen wurden in der Vergangenheit immer mehr durch Holstein Rinder ersetzt und es besteht die Gefahr, dass ihre einzigartige genetische Diversität verloren geht.

Dem will das Projekt ReDiverse entgegenwirken. Die spezifischen genetischen Informationen für wichtige Eigenschaften der Rotviehrassen werden identifiziert und konserviert. Die geschieht zum einen anhand von genomischen Daten und Stammbäumen. Zum anderen werden die genetischen Informationen für spezifische Merkmale mit neuester Technologie aus Milchproteinen gewonnen. Auch Landwirte werden unmittelbar einbezogen. Es werden die Bedingungen ermittelt, unter denen Landwirte bereit sind, Rotviehrassen zu nutzen.

Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden Zuchtstrategien und letztlich ein Zuchtprogramm für die Rotviehrassen entwickelt, die es ermöglichen die Vorteile der Rotviehrassen optimal zu nutzen. Die Ergebnisse werden allen interessierten Gruppen, zum Beispiel Landwirten und Zuchtunternehmen zur Verfügung gestellt.

Für ReDiverse arbeiten 13 Partner aus 7 Ländern zusammen. Neben den 8 Partnern aus der Forschung ist es dem Initiator des Projekts, Professor Dirk Hinrichs von der Humboldt Universität Berlin, auch gelungen 5 Zuchtunternehmen für das Projekt zu gewinnen. Dazu gehören unter anderem RSH aus Deutschland und Viking Genetics aus Schweden. Das ERA-SUSAN-Projekt wird durch die EU und den Bund über einen Zeitraum von 3 Jahren mit 1,7 Mio. € gefördert.

 

Pressekontakt:

Dr. Doreen Saggau

Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät

E-Mail: dsaggau(at)uv.uni-kiel.de

Tel.: 0431/880-7126

 


12.11.17 14:43 Uhr





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