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Europäische Rotvieh-Klassifizierer trafen sich

Die europäischen Rotviehzüchter (ERDB) hatten sich auf der letzten Tagung in Norwegen dazu entschlossen, eine Bewertertagung durchzuführen. Nun war es soweit, die Angler-Rinderzüchter der RSH eG hatten nach Schleswig-Holstein eingeladen.

Die Theorie wurde von Prof. Swalve mit einem Vortrag über die „Beziehungen von linearen Exterieurmerkmalen zur Nutzungsdauer“ abgedeckt.

Der praktische Teil wurde in den Angler-Betrieben von Dirk Meyn-Winder, Bimöhlen und Klaus-Dieter Petersen, Gangerschild durchgeführt.

Bevor es in den Stall ging, wurde der theoretische Teil im Tierzuchtzentrum der Rinderzucht S-H in Neumünster abgehalten.

Die europäischen Rotviehzüchter waren durch Chefklassifizierer aus Dänemark, Schweden, Litauen, Lettland und Estland vertreten. Seitens der schleswig-holsteinischen Rinderzucht waren alle Haupt- u. Ehrenamtlichen Bewerter eingeladen.

Prof. Swalve von der Martin Luther Universität in Halle stellte in seiner Analyse den Zusammenhang zwischen den linearen Exterieurmerkmalen und der funktionalen Langlebigkeit dar. Für diese Arbeit ist umfangreiches Datenmaterial aus den Zuchtgebieten Mecklenburg-Vorpommern (RMV), Wester Ems  (WEU) und Osnabrück (OHG) ausgewertet worden.

Die Schlussfolgerungen bestärkten die Rotviehzüchter in ihrer Zuchtstrategie, denn Prof. Swalve berichtete: Größe und Milchcharakter sind nicht funktional. Das heißt, eine Kuh muss nicht groß und scharf sein, um lange zu produzieren.

Für die Langlebigkeit ist es von Vorteil, wenn die Körpertiefe, die Stärke und die Hinterbeinwinkelung im mittleren Bereich liegen.

Einen großen Einfluss haben die Eutermerkmale, hier besonders:

  •          Hintereuterhöhe
  •          Zentralband
  •          Vordereuteraufhängung
  •          Eutertiefe

Auch höhere Klauen und eine gute Sprunggelenksqualität sorgen für eine längere Nutzungsdauer.

Die deutschen Rotviehzüchter hatten bereits im Vorjahr die Gewichtung des Milchcharakters (Milchtyp) auf Null gesetzt und den Fundamenten mit 40 % (+15 %) eine größere Bedeutung beigemessen.

Mit geschärftem Blick wurden auf den Praxisbetrieben Angler-Kühe linear beschrieben und bewertet. Die Übungen sollten die Unterschiede in der Bewertung der verschiedenen Rotviehpopulationen deutlich machen. Auf eine Analyse der gesammelten Daten sind wir gespannt. In der Diskussion an der Kuh wurde immer wieder erörtert, an welchen Stellen die Merkmale bewertet, bzw. beschrieben werden.

In einem Abschlussgespräch war man sich darüber einig, dass regelmäßige Vergleiche enorm wichtig sind. Es gibt in anderen Ländern Merkmale über die auch bei uns nachgedacht werden muss. Die schwedischen Rotviehzüchter haben zum nächsten Treffen (Herbst 2008) nach Smaland eingeladen. Den beiden Betriebsleitern gilt ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung.

 

Claus-Peter Tordsen

 


07.11.07 16:57 Uhr





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